|
Der Ursprung
des Calypsos
Calypso
Rhythmen lassen sich bis zu der Ankunft der ersten afrikanischen
Sklaven zurückführen, welche auf den Zuckerplantagen Trinidads
arbeiteten. Da es ihnen verboten wurde miteinander zu reden und auch
jeder Kontakt zu ihrer Heimat und ihren Familien unterbunden wurde,
begannen sie, ihre Gefühle durch Musik und Gesang auszudrücken. Sie
nutzen dafür den Calypso, welcher seinen Ursprung im
Westafrikanischen Kaiso hat und als interne Kommunikation diente und
zudem die Sklaventreiber provozieren und verspotten sollte.
Trinidad war
anfangs eine spanische Kolonie, bekam nach und nach eine große
Anzahl von französischen Immigranten und wurde später durch die
Engländer regiert. Diese "multikulti" kolonielle Vergangenheit hat
die die Entwicklung des Calypsos auf Trinidad stark beeinflusst.
Viele frühe Calypsos wurden im typischen französich-kreolischen
Dialekt gesungen, wurden normalerweise von einer individuellen
Person, Griot genannt, angeführt und halfen erheblich, die vielen
Sklaven zu vereinigen.
Es gab
zunehmend Calypso Musik-Wettbewerbe, die hauptsächlich während der
Karnevalszeit stattfanden, und nach der Abschaffung der Sklaverei
durch die Engländer in der 30er Jahren immer mehr Popularität
fanden.
Die
ursprüngliche Tradition des Karnevals auf Trinidad wurde durch die
Franzosen eingeführt.
Die goldenen
Jahre des Calypsos
Das Jahr 1914
war ein Meilenstein in der Geschichte des Calypsos – In diesem Jahr
wurde der erste Calypso aufgenommen. In den späten 20ern entstanden
die ersten Calypso Zelte, in denen die Calypsonians für den Karneval
übten und sich vorbereiteten. Heute stellen sie Showbühnen für die
neue Musik der Karnevalsaison dar.
In den späten
30er Jahren hinterließen außergewöhnliche Musiker wie Atilla the Hun,
Lord Invader und der Roaring Lion einen unwiderruflichen Eindruck in
der Welt des Calypsos – Lord Kitchener wurde um 1940 bekannt und
dominierte die Calypso Szene bis in die späten Siebziger. Auch
danach hatte er noch unzählige unvergessene Hits bis zu seinem Tod
in 2001.
1944 coverten
die Andrew Sisters die berühmte Version von Lord Invaders Hit „Rum
and Coca Cola“ und von diesem Zeitpunkt an identifizierte auch der
Rest der Welt den Calypso mit der Karibik.
Einer der
bekanntesten Calypsos ist wohl Harry Belafonte’s „Banana Boat“,
gefolgt von Mighty Sparrow, der die Welt mit seinem
unverwechselbaren Hit „Jean and Dinah“ im Sturm eroberte.
„Jean and
Dinah“ führte auch gleichzeitig eine neue Ära ein, in der Calypso
als öffentliche Möglichkeit für Kritik in politischer und sozialer
Hinsicht diente. So bejubelte dieser Song zum Beispiel den Abzug der
britischen Truppen aus Trinidad und die damit verbundene
Unabhängigkeit im Jahre 1962 in musikalischer Weise.
Sozial und
politisch bewusster Calypso hatte einen enormen Einfluss in
Trinidad’s wichtigsten politischen und sozialen Bewegungen.
Calypso ist
typisch dafür, soziale Kommentare, oft vereint mit humorvollen
Satiren, auf aktuelle Themen zu beziehen. Jedoch gibt es auch genug
Songs, die sich statt um Politik lieber um Humor und Lebensweisen
drehen – wenn auch durchaus manchmal etwas anrüchig. Calypso ist
eben in jeder Hinsicht die Stimme des sozialen Gewissens.
Auch wenn die
meisten Calypsonians männlich sind, hat es eine Frau ganz nach oben
geschafft: Calypso Rose
Von politisch
angehaucht bis zu reiner Partymusik hat sie unzählige Awards
gewonnen und ihr Song „Fire in me wire“ wurde zur Hymne.
Der Rückgang
des Calypsos
Die 70er Jahre
zeigten einen Rückgang in der Popularität des Calypsos erzeugt durch
den musikalischen Einfluß von außen. So wurden der Jamaika Reggae,
die Disco Beats und R&B aus den USA immer populärer. Musicals kamen
in Mode und es begann die Ära des „Uptempo“. Damit verbunden kamen
Soca und Rapso immer mehr zum Vorschein – Weniger soziale Kritik in
Musik eingebunden, sondern Partymusik pur in Form von Soca. Rapso
ist eine Mischung aus vom Calypso beeinflussten Texten gepaart mit
den Rhythmen des amerikanischen Hip Hops.
Das soll aber
nicht heißen, dass Calypso aus der Mode ist oder gar in
Vergessenheit gerät - Um einen gelungenen Eindruck von dem Feuer
und der Lebensfreude zu bekommen, lohnt es sich, den Karneval in
Trinidad zu erleben. Und wer es nicht nach Trinidad schafft, kann
sich von unserer Band KASKADU den Karneval direkt vor die Tür
zaubern lassen. Wir sind uns sicher, dass wir auch Sie mit dieser
einzigartigen Musik in die Karibik entführen können. Machen Sie die
Augen zu und genießen Sie die Magie des Calypsos!! |